Wir fahren weiter an der Schwarzmeerküste in Richtung Osten. Die Gegend ist wenig abwechslungsreich. Entlang der Küste sieht man viele neugebaute Hochhäuser. Jemand sagte uns, dass sei vor allem für die russischen Touristen gebaut worden. Tatsächlich sehen wir ab und zu ein paar russische Touristen. Allerdings nicht sehr häufig und nicht sehr viele.
Diese Gegend der Türkei scheint sehr konservativ zu sein. Im Vergleich zu den anderen Städten, die wir schon gesehen haben, tragen hier viele Frauen Kopftuch und eine konservative Kleidung. Auffällig sind auch einige Frauen, die den Niqab tragen. Sie kommen wahrscheinlich aus arabischen Ländern und machen hier mit der Familie Urlaub. Das ganze ist uns sehr fremd…
Wir besuchen kurz Sinop und laufen eine wenig durch die Altstadt mit ihren riesigen Mauern

Eine schöne Geschichte aus Sinop: es ist schwül warm und es beginnt zu regnen mit starkem Gewitter. Wir essen leckeren Fisch in einem Restaurant im Hafen. Neben uns sitzt eine Gruppe russischer Touristen, die Schwierigkeiten mit ihrer Kreditkarte haben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Schließlich klappt die Bezahlung. Wir zahlen auch und wollen weiter. Vorher noch kurz auf die Toilette, die leider 20 m entfernt in einem Nebengebäude liegt. Es beginnt stärker zu regnen und ich werde ziemlich nass. Als sich Gerlinde auf dem Weg macht, lässt ein älterer, türkischer Herr seinen Tee am Tisch stehen, öffnet einen kleinen Sonnenschirm, der in de Nähe steht und geleitet Gerlinde auf die andere Straßenseite. Er wartet dort und bringt Gerlinde trocken und sicher zurück. Wie nett! Wir grüßen beim Abschied, und er lächelt und winkt.
Wir fahren weiter. Die Campingplätze sind hier rar gesät. Viele haben auch schon geschlossen. Spät abends finden wir einen wirklich netten, kleinen Platz mit einem sehr freundlichen Hausherren. Er spricht etwas Englisch und kocht abends noch für uns. Wir sitzen direkt am Meer und hören das Rauschen der Brandung. Es ist warm – hier könnte man ewig sitzen bleiben.

Am nächsten Tag machen wir in Trabzon einen kurzen Halt und wollen uns die Hagia Sofia anschauen. Die gibt es nicht nur in Istanbul, sondern auch in Trabzon.



Der Regen scheint nicht aufzuhören. Das schwüle Wetter ist einem kalten, herbstlichen Regentag gewichen.
Schließlich erreichen wir einen kleinen Campingplatz in den Bergen. Zwei nette Jungs empfangen uns. Ich hatte sie am Vorabend per WhatsApp angeschrieben und sie haben sofort geantwortet. Sie sprechen beide sehr gut Englisch. Ich will wissen, wo sie so gut Englisch gelernt haben. Am Computer bei irgendwelchen Online Spielen. Auf jeden Fall nicht in der Schule.

Es ist noch ein zweiter VW-Bus da mit einem Paar aus Bayern. Sie wollen noch an den Ararat fahren. Sie sind schon ein paar Tage da und es würde jeden Tag regnen. Schöne Aussichten.
Dann lernen wir Sebastian aus Stuttgart kennen. Er ist seit einem halben Jahr mit seinem Motorrad unterwegs (Sabatical) und kommt gerade aus Georgien (das ist nur 190 km entfernt). Er wollte eigentlich über Russland nach Deutschland fahren. Da aber im Moment alle Botschaften und Konsulate in Russland geschlossen sind, ist ihm das trotz gültigem Visum zu heikel. Er fährt jetzt über den Balkan zurück nach Deutschland.
Wir reden noch eine ganze Weile. Er hat deutsche Wurzeln, aber seine Familie lebt nun schon in dritter Generation auf Gran Canaria. Er hat wegen der Ausbildung Spanien verlassen und ist nach Deutschland gekommen. Nun überlegt er, wieder nach Gran Canaria zurückzugehen. Er spricht fließend Spanisch, Französisch und natürlich Englisch und Deutsch.  Was für ein netter Typ!!







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